Über die unnatürlichen Managergehälter

Tommy Casagrande

Diese hohen Managergehälter gibt es, weil es einen unfreien Arbeitsmarkt gibt. Das heißt, die Unternehmen die am Markt sind, sind das Ergebnis staatlicher Regulierung. Zu den bestehenden Unternehmen kommt selten Konkurrenz hinzu, da nicht jeder Mensch frei ist, ohne Staat, Zertifikat, Ausbildung, Abschluss, Genehmigung und was weiss ich noch alles, ein Unternehmen zu gründen bzw. einfach mal eine Tätigkeit anzubieten gegen Geld, ohne, dass der Staat sich indirekt oder direkt einmischt und es zu Verzerrungen kommt.

Darum sagt man auch, dass die meisten Menschen "Lohnsklaven" seien. Und wer es in die Selbstständigkeit schafft, ist nicht gerettet, denn die durch den Staat geschaffenen Kosten, kann sich nicht jeder kleine Selbstständige leisten um dauerhaft ein angenehmeres Leben zu führen. So springen auch manche von ihnen wieder ab und unterwerfen sich der "Lohnsklaverei" bestehender, regulierter Unternehmen, welche somit auch umso mehr Macht gegenüber der Position der Arbeitslosen und Mitarbeiter haben.

Die Anzahl der Unternehmen sind künstlich verknappt, somit ist die Vielfalt geringer als sie sein könnte und darum verdienen auch "weniger" -> "mehr". Der Manager von X verdient zig Millionen. Betrachtet man sich seine Branche, erkennt man, dass wegen des Staates, dort kein freier Markt herrscht. Ergo verdienen weniger Manager als es sein könnten umso mehr, da es weniger Konkurrenz gibt.

Diese entsteht nur durch unfreie Arbeitsmärkte. Das Gehalt dieser Manager ist in unserem System nicht Ausdruck von freiem Angebot und freier Nachfrage sondern von reguliertem Angebot und somit kanalisierter Nachfrage. Die Fische verteilen sich im Ozean schließlich auch anders, als wenn man alle Fische des Meeres nehmen würde um sie in einen See zu werfen, der viel kleiner und begrenzter, sprich, regulierter ist. Wäre der See das Ergebnis von absoluter Freiheit, so wäre die Verteilung der Fische im See auch in Ordnung. Doch hat es diese absolute Freiheit bei uns nie gegeben. Sie ist somit aktuell nicht das Ergebnis von Freiheit sondern von direkten und indirekten staatlichen Eingriffen. Sie ist das Ergebnis einer Struktur, die durch das Gewaltmonopol willkürlich und in Leugnung des Selbsteigentums geschaffen wurde. Sich hinzustellen und die Ergebnisse solcher gewaltmonopolistischen Strukturen aus freiheitlicher Sicht zu verteidigen ist nicht freiheitlich.

Auch das staatliche Geldsystem spielt den hohen Managergehältern in die Karten. Umso mehr Geld in die Wirtschaft gepumpt wird, umso mehr blähen sich diverse Branchen auch auf, deren Gewinne und Umsätze durch Investitionen vermittels des neu geschöpften Fiat-Money Geldes auch steigen. Es wäre fahrlässig und naiv das Managergehalt schlichtweg auf die Frage zu reduzieren, ob er jemandem eine Waffe an den Kopf gehalten habe, um sein Gehalt zu erpressen oder ob es ihm freiwillig gegeben wurde. Natürlich erhällt er es freiwillig, aber das Ausmaß dessen wird durch die Strukturen bestimmt und darum ist die Frage nach der gerechten Verteilung kein Aufruf an den Umverteilungsstaat, sondern eine fundamentale Kritik am Staat überhaupt, da es durch seine Eingriffe permanent zu einer anderen Verteilungsstruktur kommt, als sie es ohne Staat tun würde.

Und das betrifft nicht explizit den Sozialstaat sondern staatliche Eingriffe an sich, da ein jeder mit Ressourcen verbunden ist, die zu einem Zustand führen, der nicht mehr der ist, den es ohne Staat gäbe. Die Verteidigung des privaten Unternehmens als Eigentum des Unternehmers fällt in die gleiche Farce, denn tatsächlich sind auch private Unternehmen Heute nichts anderes mehr als politische Instrumente über die gesteuert wird, wie die Soziolatrie sich entwickeln soll. Da nicht jeder Mensch, so er möchte, eine Arbeit anbieten oder annehmen darf, ist es in Wahrheit eine Farce von privaten Unternehmen zu sprechen. Zumindest meint dieser Begriff kein freies Unternehmertum sondern nur einen staatlich regulierten Zustand an Unternehmen, in dem der jeweilige Unternehmer Aufgaben übernimmt, die der Staat sich nicht leisten möchte zu übernehmen, wenn er es verstaatlichen würde.

Insofern sind private Unternehmen zur rechten Hand geworden, indem sie als politische Waffe (besonders deutlich in der Rüstungsbranche) und Instrument fungieren. Die Anbiederung einiger Libertärer an den Konservatismus erlaubt ihnen nicht, diese Strukturen zu sehen und sie zu analysieren. Begriffe wie "Eigentum", "Gehalt", "Unternehmen", "privat" werden unreflektiert mit einem Ideal gleichgesetzt, dass nicht existiert, außer in der Theorie.

Rubriken: Finanzsystem

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