Etatistischer Selbstwiderspruch: Die unterschätzte Freiwilligkeit

Tommy Casagrande

Wer behauptet, dass Freiwilligkeit überschätzt sei, widerspricht sich selbst.

Es ist für ein menschliches Lebewesen gar nicht möglich und denkbar darüber nachzusinnen, zu was man sich zwingen lassen würde und in welchen Bereichen des menschlichen Lebens die Freiwilligkeit überschätzt sei. Sobald man meint, dass man bereit sei, sich für etwas zwingen zu lassen, ist es schon kein Zwang mehr, da diese Zustimmung zum Zwang aus dem Zwang eine Freiwilligkeit macht.

Sobald man jedoch meint, andere zu etwas zwingen zu dürfen, dem sie freiwillig nicht zustimmen würden, übt man Gewalt gegen andere Menschen aus oder spricht sich mit seinem eigenem Namen dafür aus, dass andere diese Gewalt gegen Menschen ausüben.

Da jeder Mensch mit sich selbst ident ist, sind Handlungen die man macht oder befürwortet stets im Einklang mit dem eigenem Willen. Das nennt man Freiwilligkeit.

Da jeder Mensch aber durch jene, die diese Freiwilligkeit nur auf sich beziehen, nicht jedoch anderen zugestehen wollen, einer Gewalt ausgesetzt werden, der sie nicht zustimmen, weil es andernfalls keine Gewalt wäre, widersprechen sich all jene selbst, die in der Situation der Gewaltbefürwortung verlauten lassen, dass Freiwilligkeit überschätzt sei, während sie im selben Moment davon Gebrauch machen und es anderen verwehren. Ganz offensichtlich üben sie Handlungen aus oder unterstützen solche, mit denen ihr Wille im Einklang steht. Das Problem ist, sie sprechen dieses Recht anderen Menschen ab. Somit wird geleugnet, dass alle Menschen das gleiche fundamentale Recht besitzen. Man differenziert, dass es manche Menschen gibt die mehr Rechte haben als andere, auch wenn das gar nicht zu argumentieren ist.

Rubriken: Etatismus

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