Etatismus anhand der Prostitution

Tommy Casagrande

Prostitution ist Heute genauso Scheinfreiwillig wie vieles andere auch. Da wir in einem etatistischen System leben, sollten wir zwischen Etatismus und Freiheit genauso unterscheiden,
wie zwischen der Scheinfreiwilligkeit, die es im Etatismus gibt und der Freiwilligkeit, die es in der Freiheit gibt. Diese Differenzierung impliziert keinen weiteren Etatismus, erklärt aber die Motivation dazu. Frauen, die aufgrund der etatistisch gesetzten Rahmenbedingungen keine Alternativen haben bzw. etatistisch verknappte Alternativen vorfinden, reagieren in diesem etatistischen Umfeld scheinbar freiwillig. Ihre Freiwilligkeit ist jedoch ein Schein, weil er im Gegensatz zu Bedingungen des Anarchismus steht, die dort keineswegs derart verknappt wären wie Heute. Man darf als Libertärer nicht die unternehmerische und eigentümliche Wirklichkeit legitimieren, weil man glaubt, man redet sonst dem Etatismus das Wort. Umgekehrt ist es richtig: Indem der Libertäre die unternehmerische und eigentümliche Wirklichkeit legitimiert und vor den weiteren Interventionen des Staates zu schützen versucht, legitimiert er die Interventionen der Vergangenheit, die er nicht mehr sieht, weil sein Fokus meist nur der kommenden staatlichen Intervention gilt. Prostitution kann es in der Anarchie geben. Da viele Frauen jedoch oft sagen, sie tun es nur des Geldes wegen, ist es anzunehmen, dass es in der Anarchie durchaus Alternativen für Frauen zur Prostitution gäbe, die Heute vom Etatismus behindert werden. Geld verdienen ist in unserem System nunmal nicht jedem Menschen jederzeit nach seiner Facon erlaubt.

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