Sehr geehrter Herr Hörstel vom Plan B,

Reiner Zufall

ich habe mal ein paar Verständnisfragen und hoffe, dass Sie mir weiterhelfen können. Sie schreiben "Wenn Sie außerhalb des Zinssystems falsch parken, müssen Sie auch in der von uns geplanten und vertretenen ethischen Politik ihr Knöllchen bezahlen. Weil Sie Mist gemacht haben, zu deutsch: Ordnungswidrigkeit. Jedes System muss sich durchsetzen."

Das bedeutet, dass dieser Plan B mit Gewalt durchgesetzt wird, oder? Also wenn ich nicht mitmachen will, wird mir das staatlich aufgezwungen. Das letzte Mittel des Staates zur Durchsetzung ist immer die Tötung desjenigen, der sich nicht unterwirft. Das gilt auch für sog. Ordnungswidrigkeiten. Das klingt auf den ersten Blick überraschend drastisch, weil diese Tatsache ständig mit schönen Worten umschrieben oder ganz unter den Teppich gekehrt wird, aber ich erläutere das:

Wenn ich eine Ordnungswidrigkeitsstrafe nicht bezahle, wird eskaliert, bis ich tot bin: Ich bekomme zuerst Aufforderungen, Mahnungen, Briefe von der Staatsanwaltschaft, Vorladungen der Gerichte etc. und wenn ich nicht reagiere, bekomme ich Besuch von bewaffneten Männern, die in meine Wohnung eindringen und mich in ein vergittertes Auto befördern wollen. Wenn ich Widerstand leiste, blicke ich in die Mündung einer Dienstwaffe. Wenn ich weiter Widerstand leiste, werde ich geschlagen. Wenn ich mich dagegen wehre, werde ich verletzt und bei weiterer Gegenwehr sogar getötet. Das alles bleibt ohne Konsequenzen für die Täter, denn es erfolgt ganz nach "Recht und Gesetz".

O.g. Aussage impliziert, dass es auch im Plan B so vorgesehen ist. Nun meine Fragen: Finden Sie das wirklich richtig? Wenn ja, würden Sie persönlich die Verantwortung für das, was Sie befürworten, übernehmen und bspw. die Rolle desjenigen Polizisten übernehmen, der mir am Ende eine Kugel in den Kopf schießt? Wenn ja, würden Sie anschließend meiner Frau und meinem Kind in die Augen sehen können, wenn Sie ihnen die Nachricht von meinem Tod überbringen? Was würden Sie meiner Frau und meinem Kind als Rechtfertigung für die Tat sagen?

Herr Hörstel, ich möchte keineswegs den Plan B oder Ihre Person verunglimpfen oder irgendwie unsachlich angreifen. Sie müssen sich allerdings solche Fragen gefallen lassen, wenn Sie mit einem Konzept an den Start gehen, bei dem Sie davon ausgehen, dass es schon irgendwie in Ordnung ist, es allen mittels des staatlichen Gewaltmonopols aufzuzwingen. Soweit ich mitbekommen habe, sind die Menschen hinter Plan B offen genug, alle möglichen Fragen dazu zu diskutieren. Es wäre schön, wenn Sie diese Fragen auch in die Diskussion einbringen könnten und alle Interessierten über die Ergebnisse informieren könnten.

Herzlichen Dank und freundliche Grüße
Reiner Zufall

Rubriken: Politik

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