Über die staatlich produzierte Arbeitslosigkeit

Tommy Casagrande


Die staatliche Produktion der Arbeitslosigkeit wird gerne vertuscht von staatlichen Behörden, damit die Maßnahmen des Staates, die staatlich produzierte Arbeitslosigkeit zu reduzieren, im besseren Licht stehen. Die staatlich produzierten Arbeitslosen sind Instrumente der Politik für weitere politische Experimente und somit Opfer der etatistischen Gesellschaft, welche nur all zu gern über die staatlich produzierten Arbeitslosen schimpft und als “Versager” oder “Faulpelze” bzw. “Schmarotzer” bezeichnet, während über die Ursache die der Staatlichkeit geschuldet ist, kein Wort verloren wird.

Zugleich aber werden diese staatlich produzierten Arbeitslosen gerne als die “Täter” und “Gewinner” des Systems bezeichnet, obwohl sie mit wenig Geld um´s überleben kämpfen müssen, während die Gutverdiener, auch jene die für den Rest des Lebens ausgesorgt zu haben scheinen, als “Opfer” und “Verlierer” des Systems betrachtet werden.

Und für all jene, die immer behaupten, dass die staatlich produzierten Arbeitslosen genetisch bedingt unfähig seien, etwas aus ihrem Leben zu machen, denen sei entgegnet, dass es immer genau so viel talentierte Menschen gibt, wie das staatliche System und die staatskapitalistischen Unternehmen brauchen um das System aufrecht zu erhalten. Heute sind 10% von der Natur nicht begünstigt, talentiert zu sein, Morgen sind es 20% und Übermorgen …. ? Und ohne Staat ? Na, ohne Staat hat auf einmal jeder Mensch plötzlich ein von der Natur erhaltenes Talent und bietet es freiwillig an. Seltsam, wie sich angeblich angeborene Talente doch ändern können unter den Bedingungen staatlicher oder nicht-staatlicher Strukturen.

Über den Vorwurf des “Versagers”

Der Vorwurf des “Versagers” erweist sich als unfähig in der Klarstellung von systemisch verursachten Problemen. Man kann immer noch eine Regulierung mehr einführen. Der Kreis derer die als unfähig gelten ist beliebig ziehbar. Umso mehr Regulierungen eingeführt werden, umso größer ist der Kreis derjenigen die als unfähig bezeichnet werden. Umso mehr Entstaatlichung geschieht umso kleiner wird dieser Kreis und seltsamerweise werden dann aus unfähigen Menschen plötzlich fähige. Hieran erkannt man, woran diese Begriffsbenutzun krankt. Sie stigmatisiert und verurteilt. Sie führt aber nicht zu einem Erkenntnisgewinn.

Wenn der Staat eine Regulierung verabschiedet, die ein gewisses Talent erfordert, dann werden all jene aussortiert und selektiert, die es nicht besitzen. Die Hürde, die durch eine Regulierung skizziert wird, ist eine künstlich geschaffene Schwelle über die nicht jeder Mensch springen kann, weil nicht jeder Mensch gleich lange Beine und eine gleich große Sprungkraft besitzt. Die Wahrheit ist, dass Menschen unterschiedlich sind. Wenn der Staat aber regulierend eingreift, werden manche Talente sich nicht mehr entfalten und als unbrauchbar erscheinen, weil durch den Staat das Angebot und die Nachfrage beeinflusst wird.

Man könnte auch regulieren, dass nur Menschen, die 100m in weniger als 10 Sekunden laufen können, die besseren Menschen sind. Folglich wären dann 90% oder mehr auf der Welt Versager und Taugenichtse. Eine Regulierung ist beliebig und genauso beliebig ist die Anzahl derer die heute noch Versager sind. Ändert man den politischen Rahmen, ändert sich die Anzahl der Versager. Sie steigen oder fallen. Es gibt keine wirklichen Versager, denn ohne Staat würde sich so ziemlich jeder sein Leben freiwillig aussuchen. Versager werden nur von Systemen produziert, in denen eine bestimmte Lebensart vorgegeben ist und dem mangels lebbarer Alternativen nachgelaufen wird. Die Differenz aus Individualität und systemischer Realität produziert das was man einen “Versager” nennt.

Die unfaire Agitation gegenüber unfreiwilligen Arbeitslosen

Ein entstaatlichter Arbeitsmarkt würde keine unfreiwillige Arbeitslosigkeit kennen, wie sie Heute existiert. Ein entstaatlichter Arbeitsmarkt ist ein fragiles Gebilde, indem nur aufgrund der freiwilligen Tauschbeziehung aus Angebot und Nachfrage die unfreiwillige Arbeitslosigkeit vermieden wird. Wenn der Staat eingreift und in dieser Tauschbeziehung gewisse Bedingungen festlegt, manipuliert und zerstört er dieses fragile Gebilde, sodass es zu keiner Deckung aus Angebot und Nachfrage kommt. Denn die Ungleichheit der Menschen braucht die Freiheit, um zum Ausdruck zu kommen und in ihrer mannigfaltigen Vorstellung von Bedürfnissen auch befriedigt werden zu können, indem die selbe Freiheit auch eine Mannigfaltigkeit des Angebotes miteinschließt, wodurch menschliche Wünsche und ihre entsprechenden Erfüllungen zur Deckung gelangen. Staatliche Bedingungen kanalisieren diese menschlichen Ungleichheiten und setzen eine allumfassende menschliche Gleichheit voraus, die nicht existiert und in Konsequenz jeden Individualismus, der dem Individuum anheim ist, leugnet.

Wer dafür ist, dass der Staat dies tut, darf sich nicht über die eigenen Abgaben beklagen, die an jene unfreiwillig Arbeitslosen gezahlt, die wegen verschiedenster staatlicher Eingriffe, keinen Tauschpartner für ihre Arbeit finden werden und er darf sie auch nicht als Faulpelze stigmatisieren, da er selbst ein solches System ja gewünscht hat. Sicherlich in vielen Fällen mangels besseren Wissens aber oft kommt es auch vor, dass die ideologischen Scheuklappen ausgefahren werden, weil man nicht akzeptieren will/kann, dass Freiheit, entgegen der lebenslangen Propaganda, ja doch funktionieren soll.

Mein Vorschlag: Einrichtung einer anarchistischen Freiheitszone und dort alle Regulierung und Gesetze aufheben die gegen das Selbsteigentum verstoßen und zuschauen, wie es zu boomen und zu wachsen beginnt. Denn wer überzeugt ist, dass Freiheit nicht funktionieren kann, begeht ein ethisches/moralisches Verbrechen an all jenen Menschen, denen verboten sein soll, an einem bestimmten Ort X auf dieser Welt, auf freiwillige Weise, ihre Vorstellung von Leben umzusetzen. Zudem finde ich es nicht einleuchtend, wenn jemand, der davon überzeugt ist, dass Freiheit nicht funktioniert, es andere nicht ausprobieren und danach leben lassen will. Wer überzeugt ist, dass sein Weg der richtige ist, könnte sich gelassen zurücklehnen und zuschauen wie andere Menschen mit ihren Vorstellungen scheitern. So entsteht für mich das Conclusio, dass es eine innere Angst vor der Einsicht gibt, dass wir nicht in der besten aller Welten leben und uns die Möglichkeit einer besseren Welt verbieten, weil … und hier könnte man wie verrückt spekulieren, drum lasse ich das.

 

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