Warum Bitcoin?

Satoshi Nakamoto

Das Kernproblem konventionellen Geldes ist das Vertrauen, das man braucht, damit es funktioniert. Man muss der Zentralbank vertrauen, dass sie die Währung nicht abwertet - aber in der Geschichte des Zentralbankgeldes wurde dieses Vertrauen ständig gebrochen. Man muss Banken vertrauen, die unser Geld verwahren und elektronisch verschicken - aber sie verleihen es mehrfach, und erzeugen dadurch Kreditblasen, weil nur ein Bruchteil der Kredite durch Spareinlagen gedeckt ist. Man muss ihnen die eigenen Daten anvertrauen, so dass Diebe, die behaupten wir zu sein, unser Konto ausräumen können. Dadurch entstehen grosse Overhead-Kosten, die Micropayments unmöglich machen.

Vor einer Generation gab es bei Computern, an denen mehrere Menschen gleichzeitig arbeiteten, ein ähnliches Problem. Die Nutzer mussten darauf vertrauen, dass ihre Daten durch ein Passwort geschützt waren, und dass der Administrator des Systems alle Informationen geheimhielt. Die Privatheit der Daten konnte vom Administrator immer ausser Kraft gesetzt werden, etwa wenn er andere Dinge als wichtiger ansah, oder einfach auf Geheiss seiner Vorgesetzten. Doch dann wurden Verschlüsselungstechnologien allgemein verfügbar und ein solches Vertrauen war nicht mehr notwendig. Daten können nun auf eine Weise gesichert werden, die es physikalisch unmöglich machen, dass Dritte Zugriff auf sie haben – egal aus welchem Grund oder unter welchem Vorwand.

Es wird Zeit, dass dasselbe mit Geld geschieht! Mit elektronischem Geld, das auf Verschlüsselung beruht, kann Geld sicher sein und mühelos überwiesen werden, ohne dass man Mittelsmännern trauen muss.

Eines der wichtigsten Bausteine eine solchen Systems sind digitale Signaturen. Eine digitale Münze enthält den öffentlichen Schlüssel seines Eigentümers. Um sie zu übertragen, unterzeichnet der Eigentümer sie, zusammen mit dem öffentlichen Schlüssel des nächsten Eigentümers. Jeder kann diese Signaturen überprüfen und so die Kette der Eigentümer bestätigen. Dies funktioniert gut, um das Eigentum nachzuweisen, aber es bleibt ein grosses ungelöstes Problem: Double Spending, also das doppelte Ausgeben der selben Münze. Jeder könnte ja eine Münze mehrfach ausgeben, in dem er sie mit seiner digitalen Signatur erneut an jemand anderen überweist.

Die übliche Lösung für dieses Problem würde darin bestehen, einer Firma mit einer zentralen Datenbank zu vertrauen, die prüft, ob Leute ihre Münzen doppelt ausgeben - aber dann wären wir wieder beim alten Vertrauensmodell. In ihrer zentralen Position könnte die Firma die Kunden übervorteilen und die Gebühren, die nötig sind, um eine solche Firma zu betreiben, würden Micropayments unmöglich machen.

Bitcoins Lösung ist es, ein Peer-to-Peer-Netzwerk zu nutzen, um Double Spending zu verhindern. Vereinfacht gesagt, werden durch dieses Netzwerk die Münzen mit einem Zeitstempel versehen, der ihre erste Verwendung bestätigt. Es nutzt die Tatsache, dass sich Informationen schnell verbreiten, aber nur schwer unterdrückt werden können.

Das Ergebnis ist ein verteiltes System, das ohne einen zentralen Angriffspunkt auskommt. Nur die Nutzer sind im Besitz der Schlüssel zu ihrem Geld und können es direkt miteinander austauschen und das Peer-to-Peer-Netzwerk sorgt dafür, dass Münzen nicht zweimal ausgegeben werden können.

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