Die Flüchtlingskrise offenbart das Systemversagen

Tommy Casagrande


Das Thema Flüchtlingskrise ist leider etwas komplex und groß. Es ist schwer alle Faktoren in einer Auflistung von Problemen zu berücksichtigen.

Das Kernproblem des Westens und allen voran Europas ist folgendes:

Der Westen hat sich in einen Semi-Sozialismus verwandelt. Egal ob konservative oder linke Parteien an der Macht sind, alle erlassen staatliche Eingriffe die aus Sicht des klassischen Liberalismus zur Planwirtschaft hinzuzurechnen sind. Wenn linke und konservative Parteien miteinander streiten, dann streiten sie lediglich um die Art der Planwirtschaft, nicht um das OB.

Das führt zu immer mehr und mehr Staat mit den von klassischen Liberalen prophezeiten Problemen. Der klassische Liberale ist somit ein Prophet, weil absehbar ist, dass staatliche Eingriffe stets neue Probleme schaffen, die somit neue staatliche Eingriffe rechtfertigen. Das Dilemma nennt man Interventionsspirale und hört erst auf, wenn das System kracht oder die Menschen sich eines besseren belehren lassen und den Warnern Glauben schenken, dass es keine Tugend ist, Systeme zu kreieren die allesumfassend sein sollen.

Das Geldsystem unseres Systems wird von einer planwirtschaftlichen Behörde, der Zentralbank gelenkt. Sie setzt den Leitzins fest. Und damit kann die Zentralbank politischen Wünschen nachkommen. Niedrige Zinsen sind zwar nicht gut für die Sparer aber sie sind gut für Staaten die sich verschulden wollen um ihren Wählern Wohlstandsillusionen zu versprechen. Niedrige Zinsen sind gut für die Stimulierung der Konjunktur, weil sich Private zu günstigen Konditionen verschulden können. Egal ob es sich um öffentliche oder private Ausgaben handelt, niedrige Zinsen sind begehrt. Und genau das ist das Problem.

Der Zins muss nicht höher gesetzt werden sondern befreit werden. Ein freier Marktzins, ein freies Bankenwesen, ein freier Markt für Tauschmittel, wären die Grundlage für eine freie, offene, tolerante und wohlhabende Gesellschaft. Wir haben nichts von alledem. Der Zins ist nicht frei, das Bankenwesen ist nicht frei und auch der Markt für Tauschmittel ist nicht frei. Die Grundlage damit Tauschbeziehungen gesund und nachhaltig sind und Kapitalismus im Sinne seiner Theorie funktionieren kann, ist nicht gegeben. Dieses Geldsystem verursacht Wirtschaftskrisen mit Arbeitslosigkeit, es verursacht Staatsbankrotte, weil Staaten zusammenbrechende Banken retten und die Kosten übernehmen und das schlimme ist, diese Krise ist noch nicht vorbei. Sie wurde nicht behoben. Sie lauert darauf erneut rück zu kehren. Die Umwälzungen die mit ihr einhergehen führen zu einer Radikalisierung der Bevölkerung bei der auch die Demokratie auf dem Spiel steht. Doch die Demokratie wird ohnehin seit Jahrzehnten torpediert durch all jene, die dem Staat mehr und mehr Macht angedeihen lassen. Ein Staat der in seiner Macht fortlaufend wächst ist das Gegenteil vom demokratischen Gedanken, dass der Bürger vom Staat geschützt sein muss. Es ist ziemlich blöd, wenn man im Namen der Demokratie durch Staatswachstum die Demokratie de facto aushölt. Weil ein Staat, der die Kompetenz hat, zu bestimmen was die Bürger zu tun haben, hat nichts mehr mit dem demokratischen Ideal zu tun, dass ein Bürger frei sein muss vor dem Zugriff des Staates. Das Geldsystem jedenfalls unterstützt diese verheerende Entwicklung, weil es dem Staat Mittel und Machtkompetenzen zuspricht, die es mit einem freien Geldmarkt gar nicht gäbe. Ein freier Geldmarkt würde die Freiheit des Bürgers schützen. Ein Geldsystem, dass von staatlichen Institutionen gewünscht und gewollt ist, dient dem Machthunger des staatlichen Apparates. Das hätte man aus der Geschichte eigentlich längst lernen müssen.

Die staatlichen Eingriffe erzeugen unfreiwillige Arbeitslosigkeit. Die unfreiwillige Arbeitslosigkeit erzeugt weitere staatliche Eingriffe. Die arbeitende Bevölkerung fordert staatliche Eingriffe um sich auf einem bestimmten Niveau in der Arbeitswelt absichern zu lassen. Das schadet widerum anderen, die somit weder Arbeit anbieten können noch als Suchender eine Arbeit finden. Das ganze System ist durchschwemmt von Eingriffen die mal dem einen, dann dem anderen schaden, während sie kurzfristig dazu dienen sollen, jemandem zu nützen.

Gesetze haben Umverteilungseffekte, die Politik der Zentralbank hat Umverteilungseffekte, alles zusammen erzeugt Abgabenlast, staatliches Wachstum, Reduktion von individuellen Freiheiten, ein auseinander driften von reich und arm und sorgt dafür, dass auch der Staat irgendwann an seine Grenzen kommt. In einer solchen Situation wo es einen dringenden Wandel des Systems in Richtung mehr Freiheit braucht, suchen Menschen aus anderen Ländern eine neue Heimat, neue Chancen....

Unser System ist dermaßen starr und bürokratisch organisiert, dass Hilfe für Flüchtlinge entweder durch ein weiteres Wachstum dieses starren und bürokratischen Machtapparates von statten gehen kann, mit weiteren negativen Folgen, weil vielleicht Steuern ansteigen oder die Staatsverschuldung sich erhöht oder eben wie gegenwärtig geschehen, freiwillig. Doch die Menschen haben aufgrund der staatlichen Abgabenlasten nur begrenzte Ressourcen. Sie können nicht allen Menschen helfen und auch nicht dauerhaft.

Die einzig echte Lösung wäre, Staat abbauen. Freie Arbeitsmärkte, freie Löhne, freie Verträge, freies Geld, freie Zinsen, freie Banken, freie Baubranche, freier Wohnungsmarkt, alles frei. Den Staat zum Nachtwächter umfunktionieren und die Bürgergesellschaft auf diese Weise zum Leben erwecken. Erst wenn die Möglichkeit zur Verantwortung besteht, kann sie erlernt werden. Es gibt keine Erziehung zur Freiheit außer durch frei sein. Und mit diesem utopischen Schritt käme das Gefühl zurück, dass die Demokratie wiedergeboren wurde. Die Menschen wären toleranter, weil jeder Chancen und Perspektive hätte und somit keine institutionellen Ursachen Grund für Neid wären. Es läge in den Talenten der Menschen was sie schaffen. Niemand müsste Feindbilder haben, weil Gesetze jemanden privilegieren oder begünstigen. Die ganze Sache ist so zerfahren, dass man reinen Tisch machen und zu klaren Grundprinzipien zurückkehren muss.

Da so gut wie jede gesellschaftliche Gruppe MEINT, durch den Staat zu profitieren, ist es eine übermenschliche, nahezu utopische Angelegenheit, den Menschen zu erklären, dass sie ala long nicht duch den Staat profitieren sondern maximal kurzfristig, eventuell noch mittelfristig aber sich jeden Eigennutz durch Probleme erkaufen, die am Ende auf sie zurückfallen werden.

Ein Nachtwächterstaat hätte keine Probleme Flüchtlinge aufzunehmen. Im Gegenteil, jeder wäre Willkommen, denn sie wären Arbeitskräfte und würden auch als Unternehmer ihren Beitrag zum Aufbau einer wohlhabenden Gesellschaft leisten. Durch den Handel mit anderen Menschen, durch die Arbeit, die nicht vom Staat behindert würde, fände Integration statt. Nicht über staatlich finanzierte Kurse oder sonstiges, was der Staat mit weiteren Schulden finanziert sondern in der Marktwirtschaft würde es dem Staat gar nichts kosten, wenn Flüchtlinge ein Teil der Gesellschaft werden wollten indem sie sich ein besseres Leben erarbeiteten.

Es kann nicht die Zukunftsperspektive sein von Jahr zu Jahr unfreier, intoleranter, starrer, bürokratischer, unbeweglicher, verschuldeter zu werden. Man muss mal Probleme an der Wurzel lösen und nicht die Symptome. Weil ansonsten ertrinkt man in Problemen. Die Flüchtlinge werden von einigen zum Sündenbock gemacht was unehrlich ist. Ehrlicherweise muss man zugeben, dass man das System aufbrechen und grundsätzlich verändern muss. Viel weniger Staat und viel mehr individuelle Freiheit.

 

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Rubriken: Einwanderung Etatismus

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