Verzweiflung an der Gegenwart

Tommy Casagrande


Der totale wirtschaftliche Zusammenbruch oder auch Krieg sind keine Halluzinationen von irgendwelchen Spinnern, sondern sind in der Menschheitsgeschichte oft genug vorgekommen, stets verursacht durch staatliche Eingriffe, welche in ihrer Abfolge das Getriebe der gesellschaftlichen Grundlage implodieren haben lassen.

Wirtschaftliche Freiheit ist die Grundlage für Wohlstand und Frieden, doch sie wird in Österreich und Europa gnadenlos bekämpft. Alles mögliche wird mit fragwürdigen Begründungen reguliert. Und für jede Regulierung finden sich Bevölkerungsgruppen, die hinterher aufschreien warum der Staat ihnen plötzlich alles verbietet.

Wie theoriefeindlich muss man sein, um zu leugnen, dass eine Demokratie sich selber abschafft, wenn sie dazu benutzt wird, jede individuelle Freiheit auf demokratischem Wege zu beseitigen? Wenn die individuellen Freiheiten abgeschafft sind, leben wir in einem totalitären System und nicht mehr in einer Demokratie.

Solche Gedanken zu artikulieren geschieht heutzutage kaum. Es kommt in der öffentlichen Wahrnehmung nicht mehr vor. Ich predige das. Und es gibt noch wenige andere die das tun. Doch sind die meisten Mitmenschen gleichgeschaltet und korrumpiert. Es gibt keinen Unterschied bei der Bevölkerungsmasse und der Herrschaft. Die meisten Menschen identifizieren sich mit einem System, dass ihnen ala long schadet und verkennen den Mechanismus, der es irrelavant sein lässt, wer an die Macht kommt.

Es wird Österreich und Europa erst wieder besser gehen, wenn es eine Rückkehr, eine außerparlamentarische Bewegung für die Werte des klassischen Liberalismus gibt. Nur eine Abschaffung von tausenden Gesetzen, eine Reduktion der Steuern um 50% oder mehr, die Abschaffung der Zentralbank, die Zulassung unregulierten Wettbewerbes ohne staatliche Auflagen, auch hinsichtlich des Mediums welches Geld Menschen benutzen wollen und der damit verbundenen unregulierten Freiheit, Geldhäuser alias Banken zu gründen, kann Österreich und Europa wieder aufbauen.

Die Befürchtung ist, dass wir zuerst untergehen, weil die meisten leugnen, dass diese Ansichten richtig sind und erst eine spätere Generation erkennen wird, dass ohne individuelle Freiheit keine Zivilisation aufzubauen ist.

Man kann doch sehen. Man ist doch nicht blind. Die Flüchtlingskrise führt zu außenpolitischen Spannungen. Kommt Krieg? Man könnte das abwenden. Arbeitsmärkte entstaatlichen. Fragt man aber die Menschen wollen sie keine Entstaatlichung. Der Staat hat den Menschen Angst anerzogen vor dem freien Markt und das ist unser Dilemma. Jetzt stecken wir in der Sackgasse. Denn immer mehr Staat wird zu immer mehr Radikalisierung führen. Gäbe es freie Arbeitsmärkte, gäbe es weder Menschen die unfreiwillig arbeitslos sind, noch wären Flüchtlinge eine Systembedrohung. Die Bedrohung für das System resultiert daraus, dass Sozialsysteme dauerhaft ohnehin gar nicht funktionieren können. Und alles was sie an Begleiterscheinungen produzieren, führt zu einem System, indem die Menschen nach immer mehr staatlicher Herrschaft schreien. Ein sich selbst unheilvoll perpetuierendes System.

Nun gibt es die durch staatliche Gesetze aber auch durch die Effekte von Besteuerung und Inflation geknebelten Arbeitsmärkte und Lebensumstände von Menschen. Dieses toxische Gemisch ist unheilvoll. Das ist nur ein Punkt an dem die Probleme sichtbar werden, die staatliches Handeln verursachen.

Die Finanzkrise, die im Hintergrund immer noch schwellt ist nicht behoben. Kann sie nicht. Zentralbanken setzen im Sinne einer planwirtschaftlichen Behörde den Zins und zerstören zugleich die Grundlagen für nachhaltiges, stabiles wirtschaften. Das wird das viel größere Problem, denn irgendwann kommt der Punkt, an dem das System kollabiert. Wenn es zu einem Bankenzusammenbruch kommt, kann es zum Staatsbankrott kommen. Dann ist auch der Sozialstaat Geschichte. Jedoch auch vieles andere. Und was dann passiert, weiss keiner. Die Finanzkrise ist das zwingende Ergebnis einer Weigerung, Ökonomie als mächtiger denn die Politik anzusehen. Der Irrglaube, eine menschliche, irdische Macht, sei im Stande, ökonomische Naturgesetze dauerhaft zu unterdrücken, ist hochmütig und fatal. Der Mensch wird niemals die ökonomischen Gesetze abschaffen können. Wenn der Mensch es versucht, wird es auf den Menschen zurückfallen. Ökonomie ist die Wissenschaft vom menschlichen Handeln. Es zu leugnen bedeutet, das Menschsein zu verleugnen ...

Ludwig von Mises hat alles notwendige in seinen Büchern erläutert. Das Problem ist, dass die Einsichten von Ludwig von Mises vom Mainstream geschnitten werden. Staatliche Universitäten haben kein Bedürfnis danach, staatskritische Philosophien und Erkenntnisse zu unterrichten. Der Staat selbst hat eigentlich kein Interesse daran, dass er Menschen darin ausbildet, den Staat ständig in Frage zu stellen. Leider, denn somit landen wir erneut in einer Sackgasse. Wenn Menschen staatliches Handeln nicht grundsätzlich in Frage stellen, gibt es keine Opposition zur Herrschaft. Dann geht es nur um die Frage, Jacke oder Hose. Blöd, wenn ein Tornado der Stufe 10 vor der Tür steht. Dann nämlich wird klar, dass Jacke oder Hose nicht das Problem ist sondern ob das Haus massiv genug ist um nicht weggerissen zu werden. Bitter ist, wenn es ein Kartenhaus ist, dass auf einem Ponzischema basiert .... Ups, das ist unser System.

Die meisten Menschen sind schon dahingehend trainiert, ad hoc jedem Millimeter noch bestehender individueller Freiheit für alles Unheil, dass passiert oder noch passieren wird, die Schuld zu geben. Ohne jemals ein Buch eines liberalen Denkers gelesen zu haben, im Regelfall auch ohne überhaupt jemals ein Buch ökonomisch widerstreitender Theorien gelesen zu haben, weiss man, dass die Freiheit der Bösewicht ist. Freiheit ist Schuld. Seltsam .... die eigene wird dabei wohl selten gemeint. Es ist immer die Freiheit anderer die man einschränken möchte. Bizarr ist, dass frei zu sein, frei zu leben, frei zu entscheiden den Klang von Sklaverei hat, wenn Menschen sich darüber auslassen. Aber wer kann bei längerem nachdenken wirklich eine Theorie begründen bei der er ohne Selbstwiderspruch die Grundlage für menschliches Handeln in Zweifel zieht? Wie kann ein Mensch handeln ohne frei zu sein? Und welchen Wert haben menschliche Handlungen, wenn sie in einem Umfeld der Unfreiheit vollzogen werden? Und ist die Alternative dazu denn etwa das Paradies? Unfreiheit?

Unfreiheit salonfähig zu machen folgt dem Muster der Umkehrung von Werten. Richtig ist falsch, schwarz ist weiß, gut ist böse. George Orwell hat es angemerkt. Bezeichnend, angewendet wird George Orwell gerne hinsichtlich des Verhältnises privater Unternehmen und ihrer freiwilligen Kundschaft, wenn es darum geht, totalitäre Tendenzen wahrzunehmen. Dass Totalitarismus dem Staat anhaftet, der seine Bürger mit dem Macht des Gewaltmonopols tyrannisiert, nicht aber einem privaten Unternehmen zugedacht werden kann, welches ohne ein solches Monopol auskommen muss, ist widerum bezeichnend.

Was die Zukunft bringt und wohin sie führt, das liegt allein an den Menschen, an ihren Handlungen, ihrer Courage, ihrem Willen, ihrem Herz, ihrer Leidenschaft, ihrer Durchsetzungsfähigkeit und ihrem Mut. Und mutig ist es, wenn man anfängt, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und den Wert der Freiheit entdeckt und diesen dem Wesen staatlicher Macht entgegen stellt, um herauszufinden was die notwendigen Instrumente sind, um Probleme die mehr und mehr die tägliche Gemütslage von Menschen bestimmen endlich zu lösen.

 

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Rubriken: Freiheit Freier Markt (R)Evolution Etatismus

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