Der falsch vermessene Sozialstaat

Mario Manser


Als ich vor 27 Jahren nach Deutschland kam, hatte ich bezüglich Deutschland keine Ahnung und keine Träume. Ich hatte auf einem Touristenvisum Arbeit gesucht, und auch gefunden. Ich habe seit dieser Zeit - und bis vor 2 Jahren - angestellt gearbeitet, und alle Kassen in diesem Staat maximal bedient. Ich habe an den deutschen Rechtsstaat geglaubt - also das Versprechen, Verträge würden in Deutschland eingehalten.

Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass das eine grosse Illusion war. Der deutsche Staat ist eine Einbahnstrasse - solange einer arbeitet, kassiert dieser Staat sofort und im Voraus. Sobald einer dann von diesem versteuerten Geld ein Bier kauft, kassiert dieser Staat schon wieder ab. Er kassiert mal da, mal dort, und erfindet immer neue Steuern.

Der deutsche Staat sagt, er würde dieses Geld brauchen, um Schulen, Brücken und Strassen zu bauen. Einerseits. Schulen, Brücken und Strassen müssten dann ja in moderner Verfassung sein - nach allen Steuer-Rekordjahren der letzten Zeit. Der deutsche Staat sagt auch, er würde all dieses mit Schweiss erarbeitete Geld dafür brauchen, die Armen oder in Not gekommenen zu unterstützen. Die Realität ist signifikant verschieden. Schulen sehen zu einem hohen Prozentsatz aus, als wären sie noch im Jahre 1980, aber verlottert. Brücken fehlen komplett - wieviel Abstand ist von einer Rheinbrücke zur anderen, und wieviele Flaschenhälse produziert das?

Ist aber wenigstens der deutsche Staat ein Sozialstaat? Gewiss, solange einer arbeitet, wird er sozial von der Hälfte seines Gehaltes getrennt. Und wenn einer in Not gerät, ist er am Arsch. Deutschland - ein Asozial-Staat - ausser einer ist ein guter 'Wilder', der noch nie etwas in irgendeine Kasse beigetragen hat. Asozial - und selbst diese asoziale, deutsche Art wird nicht mehr lange aufrechtzuerhalten sein.

 

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Rubriken: Etatismus Steuern

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